Sage


>> Königsschatz auf Burg Waldegg

Unter den Trümmern der ehemaligen Burg Waldegg im Illertal bei Maria Steinbach soll der Sage nach ein großer Schatz ruhen, der von dem letzten Besitzer aus dem Geschlecht der Mangold in einer eisernen Truhe vergraben worden sei. Zu Anfang des letzten Jahrhunderts versuchte einmal ein Mann, der davon gehört und die richtige Stelle erfahren hatte, den Schatz zu heben. Er grub eine halbe Nacht lang, bis er zur mitternächtlichen Stunde auf eine Kiste stieß. Als er sie freischaufeln wollte, da hob die Turmuhr an zu schlagen. Im gleichen Augenblick saß auf der Kiste ein schwarzer Vogel, der so fürchterlich feurige Augen machte, dass der Schatzräuber vor Schreck wie gelähmt dastand. Mit dem letzten Glockenschlag aber dröhnte es wie dumpfes Rollen aus der Tiefe; der Vogel sträubte die Federn und stieß einen fürchterlichen Schrei aus, während er samt der Kiste in die Tiefe sank. Den Schatzräuber fand man anderntags an der Stelle halb gelähmt und der Sprache beraubt, und es hat lange gedauert, bis er sein Erlebnis erzählen konnte.